Es ist Sonntagabend. Rena sitzt am Küchentisch und geht ihre Rechnungen durch. „Wieso ist die Stromrechnung dieses Jahr so hoch?“, denkt sie. Kaum hat sie bezahlt, schweifen ihre Gedanken zum morgigen Meeting und zu dem anstrengenden Kunden, der sie schon seit Wochen beschäftigt.
Sie steht auf, geht zum Kühlschrank, holt sich ein Eis und lässt sich auf das Sofa sinken. Ihr Blick wandert zu den Nachrichten: der Krieg, die wirtschaftliche Unsicherheit, neue Berichte über künstliche Intelligenz. Wird ihr Job in ein paar Jahren noch gebraucht? Und was, wenn ihre Investitionen an der Börse einbrechen?
Ein Husten aus dem Nebenzimmer unterbricht den Strom ihrer Gedanken. Ihr Sohn Jamin sitzt seit Stunden am Bildschirm. Erst kürzlich las sie, dass psychische Erkrankungen bei Jugendlichen durch zu viel Bildschirmzeit stark zunehmen.
Es wird spät. Rena ist müde, aber ihre Gedanken kreisen weiter. Sie fühlt sich, als ob sie nur noch versuche, über Wasser zu bleiben. Auf Instagram scheinen andere ihr Leben mühelos zu meistern. Nur bei ihr scheint die ersehnte Ruhe einfach nicht eintreten zu wollen.
Kennst du jemanden, der seine Situation durch Sorgen wirklich verbessert hat? Hast du schon einmal beobachtet, wie jemand sein Leben durch reines Grübeln zum Positiven gewendet hat? Ich jedenfalls kenne niemanden.
Unser Gehirn versucht, mit Unsicherheiten umzugehen in dem Versuch, Kontrolle zu gewinnen. Doch anstatt zu einer Lösung zu kommen, wiederholt es dieselben Gedanken immer und immer wieder. Die Ursachen von Sorgen sind vielfältig, doch oft sind sie schlicht eine Angewohnheit.
Leila, eine Freundin von mir, macht sich fast nie Sorgen. Sie ist erstaunlich gelassen und sagt zu allem nur: „Jaja, das wird schon gehen. Es kommt schon gut.“ Als ich sie fragte, wie sie so entspannt durchs Leben gehen könne, überlegte sie kurz und meinte, es liege wohl an ihrer Herkunft. Schon in ihrer Kindheit in Lateinamerika habe sie gelernt, das Leben mit mehr Gelassenheit zu betrachten. Viele Menschen in ihrem Umfeld seien genauso entspannt mit der Zukunft umgegangen. Natürlich trifft das nicht auf alle Lateinamerikaner zu, aber Leila hatte sich diese Haltung früh angewöhnt.
Viele von uns hingegen haben es sich angewöhnt, sich Sorgen zu machen – entweder weil wir negative Gefühle nicht richtig verarbeiten oder weil das Sorgen uns das Gefühl gibt, aktiv zu sein. Doch das ist eine Illusion. Sorgen fühlen sich oft so an, als würde man mit angezogener Handbremse fahren: Man will vorwärts kommen, fühlt sich aber blockiert. Doch sobald sich diese Bremse löst, kommt Leichtigkeit ins Innere, und das Herz wird mit Frieden erfüllt.
Ich möchte dir eine Übung aus meinem Buch mitgeben, die dir sofort weniger Sorgen machen wird und dich aus Gefühlen der Ohnmacht herausholt:
Nimm ein Blatt Papier und notiere all deine aktuellen Sorgen. Schreibe alles auf, was dich belastet, auch die kleinen Dinge. Wenn du die Liste geschrieben hast, lies weiter:
Welche dieser Sorgen betreffen konkret den heutigen Tag? Kreise sie ein. Überlege dir, was du heute tun kannst und bitte Gott um Weisheit.
Alle anderen Sorgen, die sich auf die Vergangenheit oder Zukunft beziehen, darfst du für den Moment loslassen. Ihnen kannst du dich später wieder widmen.
Wiederhole diese Übung täglich. So stellst du sicher, dass du auch deine zukünftigen Probleme angehen wirst. Diese neue Gewohnheit schenkt dir ein Gefühl von Klarheit und Handlungsspielraum. Du konzentrierst dich auf das, was du wirklich beeinflussen kannst und gibst den Rest vertrauensvoll an Gott ab.
Die Wahrscheinlichkeit, dass deine Ängste wahr werden, ist erstaunlich gering. Denk einmal nach: Wie viele deiner früheren Sorgen sind tatsächlich eingetreten? Die Angst vor dem Sommerurlaub, die Unsicherheit über deine neue Frisur, der peinliche Fehler in einer E-Mail – wie viele dieser Befürchtungen haben sich wirklich gelohnt? Haben sie dein Leben verbessert? Oder dir eher den Frieden geraubt?
Im Hier und Jetzt zu leben ist eine der kraftvollsten Gewohnheiten, um Sorgen dauerhaft loszulassen. Wenn du dich auf den heutigen Tag und seine Herausforderungen konzentrierst, lebst du ganz im Willen Gottes und damit in seinem Frieden.
Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug. Matthäus 6,34 (NLB)
Stell dir dein Leben wie einen Lastwagen vor. Er kann nur eine bestimmte Menge tragen. Wird er überladen, geht er kaputt. So ist es auch mit uns: Wir sind nicht dafür gemacht, die Sorgen von morgen zu tragen. Der heutige Tag ist wie eine definierte Ladefläche mit einem klaren Anfang und einem Ende. Deine Kraft reicht für genau diesen Tag. Alles darüber hinaus belastet unnötig. Frieden kommt, wenn du deinen „Tages-LKW“ nur mit dem belädst, was für heute vorgesehen ist. Nicht mehr. Nicht weniger.
Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat. Lasst uns jubeln und fröhlich sein. Psalm 118,23 (NLB)
Jesus lehrt uns, Tag für Tag zu leben, nicht wochenweise, sondern in der gesunden, abgeschlossenen Einheit eines Tages:
Schenk uns heute unser tägliches Brot. Matthäus 6,11 (NLB)
Warum gerade ein Tag? Weil unser Körper und unser Leben in Tagesrhythmen funktionieren: schlafen, essen, arbeiten, ruhen. Alles in Zyklen von 24 Stunden. Für diesen Zeitraum bekommen wir alles, was wir brauchen. Wenn du dich auf das Heute fokussierst, wirst du merken: Deine Kraft nimmt zu. Die Vergangenheit lässt dich los, die Zukunft verliert ihren Druck. In deinem Inneren wird es stiller und tiefer Frieden kann sich ausbreiten.
Diese Übung ist aus meinem neuen Buch. Mehr dazu im Kapitel „Sorgen loslassen“:
-Wenn die Ursachen deiner Sorgen in der Vergangenheit liegen: Wie du vergangene belastende Erlebnisse mit Gott heilen kannst
-Wie du ganz im hier und jetzt Frieden finden kannst
-Weshalb du auf Gottes Versorgung vertrauen kannst
-Wie die Sorgen kleiner werden und das Grübeln aufhört
-Wie du deine innere Unruhe reduzieren kannst
-Wie du Sorgen in Gebet verwandelst
-7 biblische Wahrheiten, die dich Gottes Frieden spüren lassen
Dazu findest du in meinem Buch „Innerer Frieden in einer unruhigen Welt“ noch viele weitere Themen, die mehr innere Ruhe geben:
Im Kapitel über Angst findest du:
-Wie du einen konstruktiven Umgang mit der Angst erlernst
-Wie du übermässige Ängste entmachtest und mit der Wahrheit ersetzt
-Wie du Versagensangst loslassen kannst
-Wie du Ängste rund um deine Berufung loslassen kannst um Gottes Plan für dein Leben frei zu verfolgen
-Alltagswerkzeuge gegen deine Angst im Akutfall
-Meine persönliche Geschichte mit der Angst und was mir geholfen hat
Zudem gibt es noch viele weitere Kapitel darüber, wie du dich nicht mehr von der Meinung anderer Menschen bestimmen lässt, Vergleiche loslässt, tiefen Frieden in Gott erfährst und friedvollere Beziehungen leben kannst. Aber auch, wie du mit dir selbst Frieden schliessen kannst und praktische Anregungen, um mehr Frieden in deinem Alltag zu erfahren.
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